Nachhaltige Fabrik

FAQ

Um Ihnen den Einstieg in die Welt der Fabrikplanung zu erleichtern, haben wir die meistgestellten Fragen zu unseren Kompetenzen und Vorgehensweisen für Sie zusammengestellt und beantwortet.

Welche Aspekte spielen bei der Arbeitsplatzgestaltung eine Rolle? 

Arbeits­platz­ge­stal­tung liegt auf der Detail­lie­rungs­ska­la genau am Ende der Fabrik­pla­nung. Wo im Rah­men der Werk­ent­wick­lungs­pla­nung das gro­ße Gan­ze geplant und struk­tu­riert wird, wo der Betriebs­ab­lauf, der Mate­ri­al­fluss und die Flä­chen­an­ord­nung opti­miert wer­den, wird bei der Arbeits­platz­ge­stal­tung der ein­zel­ne Mensch in den Mit­tel­punkt gerückt.

Dem­je­ni­gen, der die Fabrik mit Leben füllt, der das Mate­ri­al in die Hand nimmt und das dar­aus macht, was dem Kun­den ver­kauft wer­den kann, soll hier ein Umfeld geschaf­fen wer­den, in dem er ohne gesund­heit­li­che Beein­träch­ti­gung, mög­lichst effi­zi­ent – und sicher­lich auch mit Freu­de – Wer­te für das Unter­neh­men schaf­fen kann.

Klas­sisch wird unter der Arbeits­platz­ge­stal­tung in ers­ter Linie die Ergo­no­mie eines Arbeits­sys­tems ver­stan­den. Ergo­no­mie beschäf­tigt sich mit der Gesetz­mä­ßig­keit mensch­li­cher bzw. auto­ma­ti­sier­ter Arbeit. Dabei ist das Ziel der Ergo­no­mie, die Arbeits­be­din­gun­gen und den Arbeits­ab­lauf zu opti­mie­ren, um in qua­li­ta­ti­ver genau­so wie in öko­no­mi­scher Hin­sicht bes­te Arbeits­er­geb­nis­se zu erzie­len, ohne den arbei­ten­den Men­schen zu über­las­ten oder gar zu schä­di­gen. Der Schnitt­stel­le zwi­schen Mensch und Arbeits­platz, also der Werk­bank, den Werk­zeu­gen, dem Mate­ri­al etc. gehört dabei eben­so die vol­le Auf­merk­sam­keit, wie der Art der Arbeitsausführung.

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Gesichts­punkt bei der Arbeits­platz­ge­stal­tung ist die Arbeits­si­cher­heit für den Men­schen. Ihr muss nicht nur auf Grund recht­li­cher Rah­men­be­din­gun­gen ein hohes Maß an Auf­merk­sam­keit geschenkt wer­den. Ein erfolg­rei­ches Unter­neh­men ist unmit­tel­bar von der Moti­va­ti­on und Gesund­heit sei­ner Mit­ar­bei­ter abhän­gig. Dar­über hin­aus sind gesund­heits­för­dern­de Arbeits­be­din­gun­gen auch ein Gebot der Fair­ness und grund­le­gend im Umgang von Arbeit­ge­ber und Arbeitnehmer.

Aber rich­ti­ge Arbeits­platz­ge­stal­tung ist noch viel mehr, als nur eine Maß­nah­me zur Gesund­erhal­tung – sie ist die grund­le­gen­de Vor­aus­set­zung für effi­zi­en­tes Arbei­ten und damit einen wirt­schaft­li­chen Pro­duk­ti­ons­pro­zess. Inso­fern ist auch die Fra­ge nach der Wirt­schaft­lich­keit in vie­len Fäl­len schnell beantwortet.

Vor dem Hin­ter­grund des immer aus­ge­präg­te­ren Fach­kräf­te­man­gels spielt aber auch der Aspekt eines attrak­ti­ven Arbeits­plat­zes bei einem eben­falls attrak­ti­ven Arbeit­ge­ber eine zuneh­mend wich­ti­ge Rol­le. Dies führt fast zwangs­läu­fig zu dem Pro­zess der stän­di­gen Ver­bes­se­rung im Unter­neh­men, wodurch Mit­ar­bei­ten­de im Opti­mal­fall lang­fris­tig gebun­den wer­den und mit Ihrer Erfah­rung und Ihrem Wis­sens­schatz dem Unter­neh­men lang­fris­tig Mehr­wert liefern.

Was sollte man bei der Bekranung einer Fabrikhalle beachten? 

Die Bekra­nung einer Fabrik ist eigent­lich ein Teil­aspekt der Hand­ha­bungs­tech­nik – hier aller­dings in der Regel für schwe­re bis sehr schwe­re Lasten.

Kra­ne sind abso­lut üblich in der Indus­trie – und genau des­halb wird häu­fig die schier unglaub­li­che Viel­falt der Mög­lich­kei­ten übersehen.

Neben dem klas­si­schen Brü­cken­kran gibt es Decken­kra­ne (bei­de auch in Kom­bi­na­ti­on mit­ein­an­der mög­lich), Wand­lauf­kra­ne, Säu­len­schwenk­kra­ne aber auch Wand­schwenk­kra­ne, Por­tal­kra­ne und vie­le mehr. Es gibt Kra­ne mit einem oder meh­re­ren Hub­wer­ken, mit Seil- oder Ket­ten­zü­gen, auto­ma­tisch oder manu­ell bedient, mit einer spe­zi­fi­schen Funk­ti­on oder uni­ver­sell zu nut­zen, nur inner­halb oder außer­halb einer Hal­le zu bewe­gen, aber auch in kom­bi­nier­tem Ein­satz, mit moto­ri­schen Antrie­ben aller Ach­sen oder nur mit Hubwerk.

Die­se Auf­zäh­lung lie­ße sich nahe­zu belie­big fort­set­zen.
Was aber für fast alle Bekra­nungs­op­tio­nen wich­tig ist: Man soll­te sich ins­be­son­de­re im Rah­men einer Neu­bau­pla­nung sehr sorg­fäl­tig mit den aktu­el­len aber vor allem auch den mög­li­chen zukünf­ti­gen Anfor­de­run­gen an die Bekra­nung aus­ein­an­der­set­zen. Recht­zei­tig mit geplant, kos­ten die Kon­so­len zur spä­te­ren Mon­ta­ge eines Brü­cken­krans nicht viel Geld zusätz­lich zur Hal­len­kon­struk­ti­on. Eine spä­te­re Nach­rüs­tung kann – wenn sie denn über­haupt mög­lich ist – sehr teu­er und auf­wän­dig wer­den. Decken­kra­ne spä­ter nach­zu­rüs­ten ist nahe­zu unmög­lich. Säu­len­schwenk­kra­ne benö­ti­gen in der Regel Fun­da­men­te. Die­se als Vor­hal­tung für spä­ter vor­zu­se­hen, ist fast immer nicht sinn­voll. Hal­len­stüt­zen für die nach­träg­li­che Mon­ta­ge leich­ter Wand­schwenk­kra­ne aus­zu­le­gen, kann eine sinn­vol­le Opti­on sein.
Wei­ter­hin ist es abso­lut erfor­der­lich, recht­zei­tig neben der Trag­fä­hig­keit vor allem auch die not­wen­di­ge Haken­hö­he zu defi­nie­ren. Hier­bei soll­te man nicht zu spar­sam sein – spä­ter benö­tig­te Last­tra­ver­sen oder die Not­wen­dig­keit, Betriebs­mit­tel zu über­fah­ren, schränk­ten die Mög­lich­kei­ten ganz schnell ein. Auch Sicher­heits­ab­stän­de sind zu berücksichtigen.

Schon die­se weni­gen Bei­spie­le zei­gen, wie wich­tig eine recht­zei­ti­ge und inten­si­ve Beschäf­ti­gung mit dem The­ma Bekra­nung ist. Vie­le Din­ge in und an einer Fabrik­hal­le las­sen sich spä­ter ver­än­dern und nach­rüs­ten – das Trag­werk gehört in aller Regel nicht dazu.

Wie läuft die digitale Bestandserfassung ab? 

Grund­la­ge jeder erfolg­rei­chen Fabrik­pla­nung ist eine mög­lichst gute Kennt­nis des bestehen­den Zustan­des. Egal, ob Neu­pla­nung, Erwei­te­rungs­pla­nung oder Umpla­nung – am Anfang steht eine umfas­sen­de Grund­la­gen­er­mitt­lung und Ist-Ana­ly­se. Die­se ist das ent­schei­den­de Fun­da­ment für zukünf­ti­ge Veränderungen.

Für den Fabrik­pla­ner gibt es noch einen wei­te­ren Grund, sich inten­siv mit dem Bestands­lay­out zu befas­sen, der über die rei­ne CAD-Grund­la­ge für wei­te­re Pla­nungs­schrit­te hin­aus­geht: Durch die inten­si­ve Arbeit vor Ort ent­steht die enge Ver­bin­dung zum Betrieb, die eine not­wen­di­ge und sehr hilf­rei­che Vor­aus­set­zung für eine genaue­re Kennt­nis des Ist-Zustan­des und damit die fol­gen­de Fabri­kopti­mie­rung ist.

Grund­sätz­lich wird heu­te ein CAD-basier­ter Pla­nungs­an­satz ver­folgt. Exis­tie­ren in Unter­neh­men kei­ne Pro­duk­ti­ons­lay­outs oder befin­den sich die­se nicht mehr auf dem aktu­el­len Stand, so ist auch das kein Pro­blem. Das geht vie­len Betrie­ben so. Aus die­sem Grund beginnt die Pla­nungs­pha­se der Grund­la­gen­er­mitt­lung zumeist mit einer digi­ta­len Bestandserfassung.

Durch den Ein­satz eines mobi­len Laser­scan­ners wird ein genau­es 3D-Abbild, sozu­sa­gen ein digi­ta­ler Zwil­ling der Pro­duk­ti­on, in Form einer Punkt­wol­ke erzeugt. Zur Erfas­sung läuft man mit dem Laser­scan­ner alle Wege in der Pro­duk­ti­on ab. Wich­tig hier­bei ist, dass die Mit­ar­bei­ter im Betrieb vor­her aus­rei­chend dar­über auf­ge­klärt wer­den, was vor sich gehen wird.

Eben­falls wich­tig ist es, dass alle Daten aus­schließ­lich auf loka­len Rech­nern gespei­chert wer­den und der Daten­schutz zu jeder Zeit in höchs­tem Maße gewähr­leis­tet ist.

Im Fal­le daten­schutz­recht­li­cher Beden­ken kann ggf. auch ein kon­ven­tio­nel­les Auf­maß erfor­der­lich wer­den – auch wenn dies sehr scha­de wäre.

Mit Hil­fe geeig­ne­ter Soft­ware wird die auf­ge­nom­me­ne Punkt­wol­ke auf­be­rei­tet, sodass dar­aus anschlie­ßend ein genau­es und detail­lier­tes CAD-Lay­out erstellt wer­den kann.

Die Inter­pre­ta­ti­on der Punkt­wol­ke wird zusätz­lich durch einen, eben­falls wäh­rend des Betriebs­rund­gangs erstell­ten, 360°-Videorundgang unter­stützt. Mit die­sen Hilfs­mit­teln lässt sich die Lay­out­di­gi­ta­li­sie­rung sehr schnell und effi­zi­ent durch­füh­ren. Damit steht auch sehr schnell die Grund­la­ge für die wei­te­ren Pla­nungs­pha­sen zur Verfügung.

Warum ist die Erstellung eines Energiekonzeptes in der Fabrikplanung sinnvoll? 

Das The­ma „Ener­gie­kon­zept“ ist eng ver­knüpft mit der tech­ni­schen Gebäu­de­aus­rüs­tung und der Infra­struk­tur in einer Fabrik. Aller­dings soll­te die Erar­bei­tung eines Ener­gie­kon­zep­tes am Anfang der Über­le­gun­gen ste­hen. Häu­fig wer­den die­se Gedan­ken aber zurück­ge­stellt – dann auch ger­ne ganz ver­ges­sen. Damit ver­gibt man aber lei­der auch all­zu oft inter­es­san­te Mög­lich­kei­ten zur ganz­heit­li­chen Opti­mie­rung einer Fabrik. Natür­lich ist dies ein Aspekt, der ins­be­son­de­re beim Neu­bau einer Immo­bi­lie eine gro­ße Rol­le spielt.

Wie muss man sich die Gedan­ken­gän­ge bei der Erar­bei­tung eines Ener­gie­kon­zep­tes vorstellen? 

Nun, in der Regel ist es sinn­voll, mit den Pro­duk­ti­ons- und Logis­tik­pro­zes­sen zu begin­nen. Die­se prä­gen sowie­so das gesam­te Pro­jekt und sind essen­zi­ell für das Funk­tio­nie­ren einer Fabrik. Inner­halb der ohne­hin bereits erfass­ten Pro­zess­ket­te kann man nun die Stel­len iden­ti­fi­zie­ren, an denen Ener­gie in den Pro­zess ein­ge­bracht wird, oder im Rah­men des Pro­zes­ses „ent­steht“ (Ener­gie ent­steht nicht, son­dern wird nur umge­wan­delt. Aber das spielt an die­ser Stel­le aus­nahms­wei­se mal kei­ne Rol­le). Dabei darf man den Fokus nicht zu eng wählen.

Es geht hier nicht nur um Strom oder Gas. Ener­gie kann in vie­len For­men vorliegen:

  • Elek­tri­sche Energie
  • Wär­me
  • Käl­te
  • Dampf
  • Bewe­gungs­en­er­gie eben­so wie Bremsenergie
  • Tem­pe­ra­tur­dif­fe­ren­zen
  • Druck­luft
  • Zuluft und Abluft
  • Abwär­me
  • Pro­zess­wär­me
  • Heiz­ener­gie
  • usw.

Even­tu­ell ist es ein­fa­cher, wenn man eine Art Wert­strom­ana­ly­se für die Erfas­sung der Ener­gie­quel­len und ‑sen­ken durch­führt, also eine Energieflussanalyse.

Viel­leicht ist es aber auch gar nicht so kom­pli­ziert. In jedem Fall ist es wich­tig, das gesam­te „Sys­tem Fabrik“ zu betrach­ten. Wenn man alle Ener­gie­for­men sowie Quel­len und Sen­ken iden­ti­fi­ziert hat, wird es etwas kom­ple­xer: Nun wäre es wich­tig, die Ener­gie­men­gen abzu­schät­zen, um die es sich im Ein­zel­nen han­delt. An der einen oder ande­ren Stel­le hilft hier viel­leicht ein Ener­gie­men­gen­zäh­ler (Strom­zäh­ler, Wär­me­men­gen­zäh­ler, Was­ser­uhr etc.). Häu­fig kommt man damit jedoch nicht wei­ter, da sol­che Zäh­ler nicht vor­han­den sind. Oder sie mes­sen einen Ener­gie­ver­brauch, die in die­ser Form und Men­ge zukünf­tig sowie­so nicht mehr benö­tigt wird, bei­spiels­wei­se die Heiz­ener­gie in einem Alt­bau, der durch einen Neu­bau ersetzt wer­den soll. Also kann es hel­fen, eine ers­te über­schlä­gi­ge Abschät­zung zu tref­fen, wel­che Quel­len und Sen­ken ein loh­nen­des Poten­ti­al für eine genaue­re Betrach­tung bie­ten. Nun geht es bei einem ganz­heit­li­chen Ener­gie­kon­zep­tes ja gera­de nicht nur dar­um, die ein­zel­nen Ener­gie­for­men an der jewei­li­gen Ver­brauchs­stel­le mög­lichst güns­tig zur Ver­fü­gung zu stel­len. Es geht viel­mehr dar­um, im Rah­men einer Gesamt­bi­lanz zu schau­en, wie und wo sich Syn­er­gie­ef­fek­te erge­ben könnten.

Fol­gen­de Bei­spie­le sol­len dies erläutern:

Kom­pres­so­ren ver­brau­chen Strom und erzeu­gen Druck­luft sowie Abwär­me. Die­ses Abwär­me­po­ten­ti­al kann sehr ein­fach über Wär­me­tau­scher in den Kom­pres­so­ren nutz­bar gemacht wer­den, z. B. für die Brauch­was­se­r­er­wär­mung oder die Pro­zess­was­ser­vor­hei­zung, aber auch für die Ein­spei­sung in eine Wärmepumpe.

Auto­ma­ti­sche Regal­be­dien­ge­rä­te set­zen Strom in Bewe­gungs­en­er­gie um. Aller­dings kön­nen moder­ne Sys­te­me ihre Brems­ener­gie wie­der­um nutz­bar machen. Wenn man die­ses sys­tem­über­grei­fend tun möch­te, kann man über ein unter­neh­mens­wei­tes DC- (Gleich­strom-) Netz nach­den­ken, in das man dann gleich auch noch die Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge auf dem Dach und die Hal­len­be­leuch­tung einbindet.

Vie­le Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se benö­ti­gen Wär­me zur Trock­nung von Pro­duk­ten. Danach wird die resul­tie­ren­de Abwär­me unge­nutzt zum Hal­len­dach hin­aus­ge­bla­sen, anstatt sie an ande­rer Stel­le wie­der zu nut­zen, bei­spiels­wei­se zur Vor­hei­zung in ande­ren Prozessen.

Manch­mal liegt eine Lösung für ein Ener­gie­kon­zept auch ohne wei­te­re tech­ni­sche Auf­wen­dun­gen schon nahe. Ein Umform­pro­zess benö­tigt vor­ge­wärm­tes Mate­ri­al. Im Win­ter wird die­ses übli­cher­wei­se im Frei­en gela­gert und just-in-time in die Hal­le gefah­ren. Wür­de man es ein­fach 24 Stun­den vor dem Ofen­ein­satz in der Hal­le zwi­schen­la­gern, hät­te man eine Tem­pe­ra­tur­dif­fe­renz von viel­leicht 30°C, die nicht durch den Ein­satz von Strom oder Gas aus­ge­gli­chen wer­den muss? Gleich­zei­tig kann die in der Regel sowie­so durch Abwär­me über­hitz­te Hal­le auch ein klein wenig von der ein­ge­tra­ge­nen Käl­te profitieren.

Man kann aber auch über die eige­nen Fir­men­gren­zen hin­aus­den­ken und ein Ener­gie­kon­zept mit dem Nach­bar­be­trieb anstre­ben. Was der eine nicht braucht, kann der ande­re viel­leicht nutzen.

Es gibt also vie­le Grün­de, sich früh­zei­tig mit dem The­ma aus­ein­an­der­zu­set­zen. Auch, weil man ggf. Pro­zes­se mit­ein­an­der ver­knüpft, die vor­her wenig bis gar nichts mit­ein­an­der zu tun hat­ten. Hier muss eine sorg­fäl­ti­ge Pla­nung anset­zen. Aber eines steht auch fest – bil­li­ger wird Ener­gie zukünf­tig nicht!

Wie lässt sich Flexibilität bei der Fabrikplanung berücksichtigen? 

Es ist schon inter­es­sant: einer­seits schreibt und redet man davon, dass man im Rah­men einer Fabrik­pla­nung den Nut­zer­be­darf mög­lichst genau und voll­stän­dig erfas­sen und bei der Pla­nung berück­sich­ti­gen soll, sodass die Pla­nung mög­lichst pass­ge­nau ist. Ande­rer­seits ist dann von Fle­xi­bi­li­tät die Rede, die sich ja nun ein­mal dadurch aus­zeich­net, dass sie Anpas­sun­gen an zukünf­ti­ge Ver­än­de­run­gen erlaubt.

Wie passt das zusammen?

Eigent­lich geht das Ers­te nicht ohne das Zwei­te. Ange­nom­men, man wür­de eine Fabrik pla­nen, die den Bedarf des Betrei­bers zum Zeit­punkt der Pla­nung (!) exakt berück­sich­ti­gen wür­de. Die Flä­chen wären genau ermit­telt, die Mate­ri­al­flüs­se auf die aktu­el­len Pro­duk­te und deren Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se opti­miert, die Ener­gie­ver­sor­gung wur­de exakt zum Bedarf pas­sen. Dann hät­te man doch die opti­ma­le Fabrik, oder etwa nicht? Zuge­ge­ben, zum Zeit­punkt der Pla­nung könn­te die­se Fabrik opti­mal und mit größt­mög­li­cher Wirt­schaft­lich­keit pro­du­zie­ren. Aber jetzt müs­sen wir noch beden­ken, dass die­se opti­ma­le Fabrik ja noch gebaut wer­den muss. Also zieht man ca. 12 bis 18 Mona­te nach der Pla­nungs­pha­se in die neue, opti­mal geplan­te Fabrik ein. In die­ser Zeit haben sich aber schon die ers­ten Ver­än­de­run­gen ergeben.

Im bes­ten Fall hat das Pro­duk­ti­ons­vo­lu­men ange­zo­gen und man muss­te eine neue Maschi­ne kau­fen, um die Auf­trä­ge abar­bei­ten zu kön­nen. Aber wohin damit? Die Flä­chen wur­den ja opti­mal (also ohne Reser­ve) geplant, auch der Strom könn­te schon knapp wer­den. Und jetzt ist unse­re opti­mal geplan­te Fabrik ein­mal 10 Jah­re in Betrieb. in der Zwi­schen­zeit hat sich das Pro­dukt­spek­trum ver­än­dert, die Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se gleich mit. Statt Bau­tei­le auf­wen­dig zu frä­sen, wer­den die­se nun mit­hil­fe addi­ti­ver Fer­ti­gungs­me­tho­den her­ge­stellt. Dafür braucht man aber natür­lich neue, anders­ar­ti­ge Maschi­nen, neue Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se, ande­re Mate­ria­li­en etc. In der Über­gangs­zeit hat man dazu zusätz­li­che Flä­chen benö­tigt, um die Pro­zes­se über­haupt ein­mal auf­bau­en zu kön­nen. Danach kann man die­se Flä­chen wie­der ander­wei­tig nut­zen. Natür­lich muss­te auch die Ener­gie- und Medi­en­ver­sor­gung ange­passt und ver­än­dert wer­den. All dies setzt ein gewis­ses Maß an Fle­xi­bi­li­tät in der Pla­nung und dem Bau von Fabri­ken voraus.

Wir sehen also: Fle­xi­bi­li­tät ist unum­gäng­lich im Rah­men der Fabrikplanung.

Bei aller Fle­xi­bi­li­tät gilt aller­dings immer noch der Grund­satz der Wirt­schaft­lich­keit. Aber auch die­ser ist gar nicht so schwer umzusetzen.

Hier­zu eini­ge Beispiele:

Die Boden­plat­te einer Fabrik weist eine gewis­se Trag­fä­hig­keit auf. Neh­men wir an, zum Zeit­punkt der Pla­nung wären zwei Ton­nen pro Qua­drat­me­ter völ­lig aus­rei­chend. Dann ist es einer­seits zukünf­tig nicht mehr wirt­schaft­lich mög­lich, die­se auf fünf Ton­nen pro Qua­drat­me­ter zu erhö­hen. Ande­rer­seits kos­tet eine erhöh­te Trag­fä­hig­keit in der Errich­tung nicht pro­por­tio­nal viel mehr Geld.

Oder man benö­tigt in einer Hal­le kei­nen Kran. Also kann man ihn weg­las­sen. Oder man sieht von Anfang an Kran­kon­so­len an den Hal­len­stüt­zen vor und kann spä­ter leicht nach­rüs­ten. Mehr­kos­ten? Nahe­zu vernachlässigbar.

Die Strom­ver­sor­gung kann man genau pas­send aus­le­gen – oder gleich einen Reser­ve­platz für einen wei­te­ren Tra­fo vorsehen.

Bei ande­ren Aspek­ten kann man anders vor­ge­hen. Reser­ve­flä­chen könn­te man direkt bau­en. Dies erhöht aber die Bau­kos­ten erheb­lich. Also sieht man eine klei­ne Reser­ve, vor der Rest wird dar­über abge­deckt, dass man das Gebäu­de struk­tu­rell so anlegt, dass eine spä­te­re Erwei­te­rung mög­lich ist, ohne dass das Grund­kon­zept der Fabrik zer­stört würde.

Pla­ne­risch kann man so vie­les vor­se­hen – spä­ter nach­rüs­ten lässt sich das meis­te nur in Aus­nah­me­fäl­len und mit viel Glück. Glück ist aber Zufall und eine gute Pla­nung soll ja den Zufall ersetzen!

Wie lassen sich Geschäftsprozesse mit hoher Akzeptanz der Beschäftigten optimieren? 

Die Opti­mie­rung von Geschäfts­pro­zes­sen ist ein sen­si­bles The­ma. Natür­lich kennt sich nie­mand bes­ser in den Haupt- und Neben­pro­zes­sen des eige­nen Betrie­bes aus als die Men­schen, die sie täg­lich mit Leben fül­len. Aber die­se inten­si­ve Kennt­nis bringt es auch mit sich, dass man mit der Zeit eine gewis­se Betriebs­blind­heit ent­wi­ckelt. Die­se steht einem Ver­än­de­rungs­pro­zess zunächst ein­mal im Weg.

Ein ers­ter Schritt zu einer Opti­mie­rung führt immer über die Erfas­sung und Ana­ly­se des der­zei­ti­gen Zustan­des. Durch das Stel­len der rich­ti­gen Fra­gen kann man hier­bei der genann­ten Betriebs­blind­heit ent­ge­gen­wir­ken. Dabei ist es wich­tig, das Ver­trau­en der Mit­ar­bei­ten­den nicht zu miss­brau­chen. Des­halb soll­te man eine Form von Inter­view­tech­nik nut­zen, die nicht auf eine Zuord­nung des Gesag­ten zum Gesprächs­part­ner setzt. Es kommt schließ­lich nicht dar­auf an, wer etwas gesagt hat, son­dern dass alles Wesent­li­che gesagt wird. 

So kann man schnell und tief in die inter­nen Abläu­fe und Geschäfts­pro­zes­se ein­stei­gen, um zu den ent­schei­den­den Pro­blem­stel­len vor­zu­drin­gen. Hin­zu kommt die Visua­li­sie­rung der gewon­ne­nen Erkennt­nis­se in einer Form, die für alle Betei­lig­ten leicht ver­ständ­lich und nach­voll­zieh­bar ist. Dies geschieht in der Regel mit Hil­fe gän­gi­ger gra­fi­scher Ver­fah­ren und Sys­te­me, so dass nicht das Werk­zeug, son­dern der Inhalt im Vor­der­grund steht.

Durch die­se Art der Poten­ti­al­ana­ly­se schafft man die not­wen­di­ge Trans­pa­renz, um durch eine Pro­zess­op­ti­mie­rung auch eine Effi­zi­enz­stei­ge­rung für das Unter­neh­men zu errei­chen. Wich­tig ist ins­be­son­de­re auch der Aspekt, dass allen betei­lig­ten Mit­ar­bei­tern ihr Ein­fluss auf die Gestal­tung der Pro­zes­se und Abläu­fe deut­lich wird. Nur so wird das Ergeb­nis auch von allen mit­ge­tra­gen, was für das Gelin­gen eines Ver­än­de­rungs­pro­zes­ses von enor­mer Bedeu­tung ist.

In die­sem Zusam­men­hang ist auch der Hin­weis wich­tig, nicht alles nur um der Ver­än­de­rung wil­len anders zu machen, son­dern das Gute auch zu stärken.

Welche Schritte sind bei einer strukturierten Investitionsplanung erforderlich? 

Jede Pla­nung muss in der Regel irgend­wann auch ein­mal rea­li­siert werden.

Im Rah­men der Fabrik­pla­nung im All­ge­mei­nen spielt hier selbst­ver­ständ­lich die Gebäu­de­pla­nung (Archi­tek­tur, Haus­tech­nik, Sta­tik, Außen­an­la­gen etc.) eine gro­ße Rol­le. Im enge­ren Sin­ne beschäf­tigt sich die Fabrik­pla­nung aller­dings eher mit Inves­ti­ti­ons- und Aus­rüs­tungs­gü­tern, die der Kos­ten­grup­pe 600 der DIN276 zuzu­ord­nen sind.

Bei die­ser Inves­ti­ti­ons­pla­nung lie­gen die Schwer­punk­te dann in den Berei­chen Lager‑, För­der- und Hand­ha­bungs­tech­nik, aber auch bei der Arbeits­platz­aus­stat­tung. Hier sind qua­li­fi­zier­te Las­ten­hef­te zu erstel­len, die spä­ter zu einem wesent­li­chen Bestand­teil des Beschaf­fungs­auf­trags gemacht wer­den müs­sen. Mög­li­che Lie­fe­ran­ten müs­sen gemein­sam mit dem Bau­herrn iden­ti­fi­ziert wer­den. Mit die­sen wer­den dann ers­te tech­ni­schen Gesprä­che geführt, um einer­seits die Pla­nungs­über­le­gun­gen aus­führ­lich beschrei­ben zu kön­nen und ande­rer­seits auch einen ers­ten Ein­druck von der Qua­li­tät des Lie­fe­ran­ten zu gewin­nen. Das Ziel die­ser Gesprä­che ist es, den Lie­fe­ran­ten in die Lage zu ver­set­zen, ein qua­li­fi­zier­tes Ange­bot aus­ar­bei­ten zu können.

Um eine soli­de Basis für eine anschlie­ßen­de Ver­ga­be und Beauf­tra­gung der Leis­tun­gen zu erhal­ten, wer­den alle Ange­bo­te sorg­fäl­tig aus­ge­wer­tet und gegen­über­ge­stellt. Häu­fig ist es dazu not­wen­dig, erneut – auch mehr­mals – Kon­takt mit dem Anbie­ter auf­zu­neh­men, um den Ange­bots­in­halt oder ‑umfang an die gewünsch­ten Leis­tun­gen anzu­pas­sen. Bis zu kon­kre­ten und fun­dier­ten Ver­ga­be­vor­schlä­gen kann so durch­aus eine gewis­se Zeit ver­ge­hen. Aller­dings dient die­se Pha­se auch dem engen Aus­tausch der poten­ti­el­len spä­te­ren Pro­jekt­part­ner und ist kei­ne ver­lo­ren Zeit. Auf der Ziel­ge­ra­den befin­det man sich aller­dings erst, wenn die tech­nisch-kauf­män­ni­schen Ver­ga­be­ge­sprä­chen stattfinden.

Um die Schnitt­stel­le zwi­schen dem Auf­trag­ge­ber und dem Lie­fe­ran­ten opti­mal zu gestal­ten, wird je nach Aus­rüs­tungs­ge­gen­stand vor der eigent­li­chen Rea­li­sie­rung ein umfas­sen­des Pflich­ten­heft erstellt, in dem alle Anfor­de­run­gen an die beauf­trag­te Leis­tung und natür­lich auch die Schnitt­stel­len zwi­schen den Pro­jekt­be­tei­lig­ten beschrie­ben sind. Die­sen Pro­zess führt in der Regel der Lie­fe­rant unter Betei­li­gung des Auf­trag­ge­bers und – wenn gewünscht – des Fabrik­pla­ners. Meis­tens wer­den Pflich­ten­hef­te bei kom­ple­xe­ren Anla­gen und Maschi­nen (Auto­ma­tik­la­ger, auto­ma­ti­sche För­der­tech­nik, Son­der­ma­schi­nen etc.) mit vie­len indi­vi­du­el­len Funk­tio­nen und Schnitt­stel­len erarbeitet.

Nach der Ver­ga­be wird die Rea­li­sie­rung des gesam­ten Vor­ha­bens bis zur erfolg­rei­chen Inbe­trieb­nah­me in der Regel durch ein geeig­ne­tes Pro­jekt­ma­nage­ment begleitet.

Wie funktioniert eine seriöse Kostenschätzung bei der Planung einer Fabrik? 

Die Kos­ten­schät­zung im Rah­men eines Fabrik­pla­nungs­pro­jek­tes ist ein kniff­li­ges The­ma. Das fängt schon bei dem Wort an. „Kos­ten­schät­zung“ ist ein Begriff, der in der HOAI – der Hono­rar­ord­nung für Archi­tek­ten und Inge­nieu­re – ver­wen­det wird. Damit fällt er schon ein­mal in einen recht­lich ziem­lich strikt regu­lier­ten Bereich. Ins­be­son­de­re macht die HOAI rela­tiv kla­re Aus­sa­gen zu der erwar­te­ten bzw. erwart­ba­ren Genau­ig­keit der Kos­ten­schät­zung – bes­ser müss­te man eigent­lich von Unge­nau­ig­keit spre­chen. Die Kos­ten­schät­zung darf laut HOAI von den end­gül­ti­gen, spä­ter fest­ge­stell­ten Kos­ten um +/- 30% abwei­chen. Das ist eigent­lich eine ganz ordent­li­che Span­ne, stellt aber ande­rer­seits kei­nen Kun­den zufrie­den – er möch­te es ger­ne genau­er haben.

Und da sind wir schon beim zwei­ten kri­ti­schen Punkt der Kos­ten­schät­zung: Beim soge­nann­ten „Dilem­ma der erst­ge­nann­ten Zahl“. Was bedeu­tet das? Das heißt, dass jeder Auf­trag­ge­ber ger­ne mög­lichst früh eine Aus­sa­ge haben möch­te, mit wel­chem Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men er für sein Vor­ha­ben rech­nen muss. Selbst­ver­ständ­lich wird die­ser Wunsch immer (!) mit dem Zusatz ver­se­hen, man wer­de natür­lich nie­man­den hin­ter­her auf die genann­ten Zah­len festnageln…

Inhalt­lich gibt es eini­ge Punk­te, die beim The­ma Kos­ten­schät­zung zu beach­ten sind, z. B.  die the­ma­ti­sche Abgren­zung. Für wel­che Aus­rüs­tungs­ge­gen­stän­de schätzt denn der Fabrik­pla­ner über­haupt die Kos­ten? In einer Norm, der DIN 276, sind die Kos­ten im Hoch­bau defi­niert und auf ver­schie­de­nen Ebe­nen von sehr grob bis sehr fein auf­ge­schlüs­selt. Über sie­ben soge­nann­te Kos­ten­grup­pen wird ein kom­plet­tes Bau­vor­ha­ben in sei­ne Bestand­tei­le zer­legt. Da ist für jeden etwas dabei: Es geht beim Grund­stücks­er­werb und der dazu­ge­hö­ri­gen Erschlie­ßung los, führt über die Hoch­bau­kos­ten und die tech­ni­sche Gebäu­de­aus­rüs­tung sowie die Außen­an­la­gen bis zu nut­zer­spe­zi­fi­schen Ein­rich­tun­gen (sogar „Kunst am Bau“ gibt es). Selbst­ver­ständ­lich dür­fen auch Gebüh­ren und Hono­ra­re nicht feh­len. Nun ist der Fabrik­pla­ner weder Archi­tekt noch Haus­tech­nik­pla­ner, aber meis­tens als einer der ers­ten in ein Pro­jekt invol­viert. Dabei muss man beach­ten, dass der Auf­trag­ge­ber sehr früh eine voll­stän­di­ge Kos­ten­schät­zung haben möch­te, der eigent­li­che fabrik­pla­ne­ri­sche Anteil an den Kos­ten aber erwar­tungs­ge­mäß sehr nied­rig ist. Um nicht Gefahr zu lau­fen, mit all­zu for­schem Vor­ge­hen und nur bedingt geeig­ne­ten Kos­ten­kenn­zah­len einen gro­ßen Schätz­feh­ler in die Kos­ten­schät­zung ein­zu­bau­en, erfor­dert es sehr viel Erfahrung.

Die­se Erfah­rung lehrt einen dann auch fol­gen­de grund­le­gen­de Problemlösungsansätze:

  1. Die Kos­ten­schät­zung zu einem frü­hen Zeit­punkt ist bes­ten­falls eine Bud­get­kal­ku­la­ti­on. Die­se For­mu­lie­rung ändert zwar inhalt­lich nichts, macht aber auf die Unge­nau­ig­keit etwas bes­ser aufmerksam.
  2. Eine sau­be­re Auf­schlüs­se­lung der Kos­ten­be­stand­tei­le (DIN 276) und Kal­ku­la­ti­ons­grund­la­gen (z. B. Bau­kos­ten­in­dex) ist not­wen­dig. Damit ist es auch ein­fa­cher, eine spä­te­re Redu­zie­rungs­run­de zu durchlaufen.
  3. Schnitt­stel­len zwi­schen den Gewer­ken sind zwin­gend zu beach­ten. Auch dies wird durch Punkt 2 erleichtert.
  4. Ein Zuschlag für Unvor­her­ge­se­he­nes oder Ver­ges­se­nes (auch das pas­siert) in Höhe von 15–20% gehört dazu. Auch wenn die­ser ungern gese­hen wird, geht in einer frü­hen Pro­jekt­pha­se kein Weg dar­an vor­bei. Spä­ter sind alle froh um das „Pols­ter“.
  5. Die Unter­schei­dung zwi­schen Net­to- und Brutto­flä­chen ist essen­ti­ell wich­tig, da sich nahe­zu alle Kos­ten­kenn­zah­len auf die Brutto­flä­chen bezie­hen. Das macht sehr schnell gro­ße Sum­men aus.
  6. Neben­kos­ten für Gebüh­ren und Hono­ra­re sind defi­ni­tiv nicht zu unter­schät­zen. Ein Ver­schwei­gen redu­ziert ja nicht die spä­te­ren Kos­ten, son­dern erhöht nur den Ärger.

Zusam­men­fas­send kann man sagen, dass eine seri­ös erstell­te Kos­ten­schät­zung früh­zei­tig die Kar­ten auf­deckt, mit denen gespielt wird. Damit kann man bes­ser früh­zei­tig gegen­steu­ern, wenn das Bud­get über­schrit­ten wird, als dass man spä­ter nicht mehr weiß, wo man noch spa­ren soll.

Wie funktioniert eine strukturierte Layoutplanung? 

Lay­out­pla­nung ist ein mehr­stu­fi­ger Pro­zess, der dem Grund­satz „vom Gro­ben zum Fei­nen“ gehorcht. Es beginnt mit dem Block­lay­out, das in der Regel das Ergeb­nis der Werk­ent­wick­lungs­pla­nung ist. Die­ses Block­lay­out – häu­fig auch als Flä­chen­lay­out bezeich­net – wird Schritt für Schritt zu einem Fein­lay­out detail­liert. Hier flie­ßen nun auch immer mehr Anfor­de­run­gen des Betrie­bes, der Logis­tik, des Umwelt­schut­zes und der Behör­den in die Pla­nung ein. Alles in allem also ein facet­ten­rei­cher Prozess.

In allen Pha­sen der Lay­out­pla­nung gilt: Nur ein Fer­ti­gungs­lay­out, das man auf den ers­ten Blick ver­steht, ist so trans­pa­rent, dass es die Pro­duk­ti­ons­ab­läu­fe opti­mal unter­stützt. Wie soll der Mit­ar­bei­ter vor Ort die Zusam­men­hän­ge erken­nen und leben kön­nen, wenn dies schon nicht beim „Blick von oben“ mög­lich ist? Gehen die­se Zusam­men­hän­ge aber im täg­li­chen Leben unter, kann der Pro­zess einer stän­di­gen Fabri­kopti­mie­rung nicht nach­hal­tig gelingen.

Nicht zuletzt schlägt sich die­se For­de­rung in einer struk­tu­rier­ten und gerad­li­ni­gen Ver­sor­gungs-Infra­struk­tur der Maschi­nen, Anla­gen und Arbeits­plät­ze nie­der. Gemeint ist hier nicht nur die Ver­sor­gung mit Ener­gie und Medi­en, son­dern vor allem auch die rei­bungs­lo­se Ver­sor­gung mit Mate­ri­al. Lay­out­pla­nung ist somit kein Zufalls­pro­dukt, son­dern ein sys­te­ma­ti­scher Ver­bes­se­rungs­pro­zess, um Ord­nung im Betrieb zu schaffen.

Abschlie­ßend wird das Fer­ti­gungs­lay­out noch in einen sehr kon­kre­ten Maschi­nen­auf­stel­lungs­plan umge­setzt. Jede Maschi­ne und Anla­ge, jeder Arbeits­platz und jeder Zwi­schen­puf­fer, jedes Regal und jeder Ver­kehrs­weg müs­sen exakt maß­stäb­lich in die­sen Plan ein­ge­zeich­net wer­den, damit man für die anschlie­ßen­de Rea­li­sie­rungs­pha­se eine ver­läss­li­che und prak­ti­ka­ble Grund­la­ge hat. Schließ­lich soll die Lay­out­pla­nung noch in die Rea­li­tät umge­setzt werden.

Was macht eine nachhaltige Fabrik aus? 

Nach­hal­ti­ges Han­deln bedeu­tet, die Bedürf­nis­se der Gegen­wart zu befrie­di­gen, ohne zu ris­kie­ren, dass zukünf­ti­ge Gene­ra­tio­nen ihre Bedürf­nis­se nicht mehr befrie­di­gen kön­nen. Es ist also in die­sem Zusam­men­hang von ele­men­ta­rer Bedeu­tung, die natür­li­che Rege­ne­ra­ti­ons­fä­hig­keit aller betei­lig­ten Sys­te­me zu gewähr­leis­ten und damit sozia­le, öko­lo­gi­sche und öko­no­mi­sche Bedürf­nis­se zu vereinbaren.

Wie lässt sich die­ses Ziel aber in der indus­tri­el­len Pro­duk­ti­on ver­wirk­li­chen? Zunächst ein­mal muss man dazu die drei Teil­aspek­te oder Betrach­tungs­win­kel der Nach­hal­tig­keit differenzieren.

Da ist zum ers­ten die sozia­le Nach­hal­tig­keit. Das Ziel und der Weg dort­hin sind rela­tiv ein­deu­tig. Das Unter­neh­men schafft für alle Mit­ar­bei­ten­den sozi­al­ver­träg­li­che Arbeits­be­din­gun­gen. Das beginnt bei­spiels­wei­se bei der Gestal­tung ergo­no­mi­scher Arbeits­plät­ze, um den Men­schen bei der Arbeits­aus­füh­rung wei­test­ge­hend zu scho­nen. Aber auch die Ver­ein­bar­keit von Beruf und Fami­lie schafft nach­hal­ti­ge sozia­le Arbeits­be­din­gun­gen. Hier kann es schon hel­fen, bei der Büro­raum­pla­nung auch ein­mal ein Eltern-Kind-Büro vor­zu­se­hen, das z. B. über­gangs­wei­se genutzt wer­den kann. Die posi­ti­ven Aspek­te für das Unter­neh­men lie­gen dabei auf der Hand. Alle Aspek­te einer sozia­len Nach­hal­tig­keit machen das Unter­neh­men zu einem attrak­ti­ven, begehr­ten Arbeit­ge­ber. Gerin­ge­re Fluk­tua­ti­on, moti­vier­te­re Mit­ar­bei­ter und ein lan­ges, gesun­des Arbeits­le­ben sind die Ant­wor­ten auf Fach­kräf­te­man­gel und demo­gra­fi­schen Wandel.

Der zwei­te Teil­aspekt der Nach­hal­tig­keit, die öko­lo­gi­sche Nach­hal­tig­keit, soll­te nicht als „grü­ne Spin­ne­rei“ abge­tan wer­den. In einem moder­nen Fabrik­be­trieb kön­nen durch res­sour­cen­scho­nen­de Pro­duk­ti­ons- und Logis­tik­pro­zes­se Mate­ri­al und Ener­gie gespart wer­den. Aber man soll­te dies nicht allein auf den Kos­ten­aspekt redu­zie­ren, denn man sieht in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit eben auch immer stär­ker die Gren­zen der Ver­füg­bar­keit der drin­gend benö­tig­ten Res­sour­cen, ob durch natür­li­che oder künst­lich erzeug­te Ver­knap­pung oder gestör­te Lie­fer­ket­ten. Spar­sam­keit lohnt sich also an die­ser Stel­le doppelt.

Beim (Teil-)Neubau von Fabri­ken spielt die Nach­hal­tig­keit selbst­ver­ständ­lich eine sehr gro­ße Rol­le. Nahe­lie­gen­der­wei­se natür­lich bei der Aus­wahl geeig­ne­ter Ener­gie­trä­ger oder Bau­stof­fe. Aber auch die Ver­mei­dung zählt hier. Manch­mal kann eine cle­ver geplan­te und umge­setz­te Sanie­rung zu enor­men Ein­spa­run­gen ein­ge­setz­ter Ener­gie (sog. „graue Ener­gie“) füh­ren. Übri­gens sind dies alles auch Gesichts­punk­te, die bei der Akqui­si­ti­on öffent­li­cher För­der­mit­tel nicht uner­heb­lich sind.

Schließ­lich noch der drit­te Blick­win­kel: Auch die Gedan­ken der öko­no­mi­schen Nach­hal­tig­keit sind nicht neu, tre­ten aber immer deut­li­cher her­vor. Sta­bi­li­tät auch in poli­tisch und wirt­schaft­lich unsi­che­ren Zei­ten ist ein wich­ti­ger Grund, sich über die Ver­füg­bar­keit von Mate­ri­al und Ener­gie Gedan­ken zu machen. Aber: eine gut und fle­xi­bel geplan­te Fabrik ist selbst der bes­te Garant für Nach­hal­tig­keit. Durch ein­fa­che, per­ma­nen­te Anpas­sung an äuße­re und inne­re Ver­än­de­run­gen lässt sich eine ein­mal errich­te­te Fabrik über einen sehr lan­gen Zeit­raum effi­zi­ent und wirt­schaft­lich nut­zen. Sozu­sa­gen „gebau­te Planungssicherheit“!

Wie verschaffe ich mir einen Überblick über die Materialflüsse in meiner Produktion? 

Eine moder­ne Pro­duk­ti­on lebt davon, dass das Mate­ri­al fließt. Nicht gro­ße Bestän­de gewähr­leis­ten die schnel­le und fle­xi­ble Reak­ti­on auf Kun­den- und Markt­an­for­de­run­gen, son­dern ein effi­zi­en­ter und wirt­schaft­li­cher Mate­ri­al­fluss. Er ver­bin­det Arbeits­plät­ze und stellt den Herz­schlag der Pro­duk­ti­on dar.

Ein geord­ne­ter Mate­ri­al­fluss ist das logis­ti­sche Rück­grat einer moder­nen und effi­zi­en­ten Pro­duk­ti­on. Die Wege sol­len struk­tu­riert und die Trans­port­sys­te­me effi­zi­ent aus­ge­las­tet sein. Ver­schwen­dung in der Logis­tik muss ver­mie­den werden.

Um die­ses Ziel best­mög­lich zu errei­chen, kann und soll­te man eine sys­te­ma­ti­sche Mate­ri­al­fluss­ana­ly­se durch­füh­ren. Die­se gibt Auf­schluss über Unwirt­schaft­lich­kei­ten im Mate­ri­al­fluss, Eng­päs­se in der Wege­füh­rung und Über­las­tun­gen der Trans­port­mit­tel. Nur mit einer genau­en Kennt­nis des aktu­el­len Zustan­des kann man Ver­bes­se­run­gen pla­nen. Dabei ist es hilf­reich, ver­schie­de­ne Zukunfts­sze­na­ri­en zu betrach­ten und deren Aus­wir­kun­gen auf die inner­be­trieb­li­che Logis­tik in einer Simu­la­ti­on zu bewerten.

Basie­rend auf den indi­vi­du­el­len Fer­ti­gungs­pro­zes­sen einer Fabrik kann man z. B. mit Hil­fe der Fabrik­pla­nungs­soft­ware visTA­BLE® eine aus­führ­li­che, detail­lier­te Mate­ri­al­fluss­ana­ly­se durch­füh­ren. Dazu wer­den zunächst die Stück­lis­ten und Arbeits­plä­ne der für die Ana­ly­se rele­van­ten Pro­duk­te erfasst. Die der­zei­ti­gen und zukünf­ti­gen Pro­duk­ti­ons­men­gen wer­den ermit­telt und hoch­ge­rech­net. Die­se Daten bil­den eine wesent­li­che Basis für die Simu­la­ti­on der Mate­ri­al­flüs­se. Dabei bil­den die Stück­lis­ten und Pro­duk­ti­ons­men­gen das Gerüst für die quan­ti­ta­ti­ven Ergeb­nis­se, wäh­rend die Arbeits­plä­ne Auf­schluss über die Pro­zes­se geben und damit die Grund­la­ge für die qua­li­ta­ti­ven Aus­wer­tun­gen darstellen.

Auf die­se Wei­se kann man – im eige­nen Hal­len­lay­out – auf einen Blick sehen, wo die meis­ten Trans­por­te erfol­gen und wel­che Pro­duk­te bei­spiels­wei­se ungüns­tig gegen die eigent­li­che Fluss­rich­tung oder all­ge­mein ein­fach sehr umständ­lich trans­por­tiert werden.

Die Ergeb­nis­se kann man in Form von Mate­ri­al­fluss-Pfei­len (sog. San­key-Pfei­len) im Pro­duk­ti­ons­lay­out sehr über­sicht­lich dar­stel­len und so die Grund­la­ge für eine Mate­ri­al­fluss­op­ti­mie­rung schaf­fen. Wer­den auch die Trans­port­mit­tel in die Mate­ri­al­fluss­ana­ly­se ein­be­zo­gen, so kann man auch deren Aus­las­tung errech­nen und gezielt Vor­schlä­ge für alter­na­ti­ve För­der­tech­nik erar­bei­ten. So lässt sich vor einer Rea­li­sie­rung die Wirt­schaft­lich­keit der Ent­schei­dungs­al­ter­na­ti­ven qua­li­fi­ziert abschät­zen. Somit stellt die Mate­ri­al­fluss­ana­ly­se und ‑opti­mie­rung einen wich­ti­gen Bei­trag zu mehr Ent­schei­dungs­si­cher­heit in der Fabrik­pla­nung dar.

Ist die Optimierung im Bestand eine Alternative zum Fabrikneubau? 

Fabrik­pla­nung hat nicht immer etwas mit dem Neu­bau von Fer­ti­gungs­stät­ten oder Logis­tik­hal­len zu tun. Viel häu­fi­ger ist es eigent­lich der Fall, dass ein bestehen­der Betrieb im Lau­fe der Zeit sei­ne ursprüng­li­che Effi­zi­enz ein­ge­büßt hat und des­halb Ver­än­de­rungs­pro­zes­se ange­sto­ßen wer­den. Für die Not­wen­dig­keit der Ver­än­de­rung gibt es vie­le Gründe:

So ändern sich selbst­ver­ständ­lich Pro­duk­te und Märk­te, und damit auch deren Anfor­de­run­gen an den Pro­duk­ti­ons­be­trieb. Die Tech­no­lo­gie in der Pro­duk­ti­on unter­liegt einem ste­ti­gen Wan­del (wer hät­te noch vor 15 Jah­ren gedacht, dass wir Pro­duk­te heu­te dru­cken). Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se sind nicht mehr so schlank wie frü­her, und die unter­stüt­zen­de inner- und außer­be­trieb­li­che Logis­tik, mit ihrer eben­falls Ver­än­de­run­gen unter­wor­fe­nen Tech­no­lo­gie, passt nicht mehr zum Rest des Betrie­bes. Die­se Auf­zäh­lung lie­ße sich nahe­zu belie­big fortsetzen.

Wenn dies so ist, ist es auch an der Zeit, über eine Opti­mie­rung des Betrie­bes nachzudenken.

Im Grun­de gel­ten die glei­chen Spiel­re­geln, wie auch in den übri­gen Pla­nungs­fel­dern. Der Unter­schied liegt dar­in, dass der Bewer­tung des Ist-Zustan­des im Hin­blick auf sei­ne Fle­xi­bi­li­tät und Wand­lungs­fä­hig­keit eine etwas grö­ße­re Bedeu­tung zukommt, als es der Fall ist, wenn von vorn­her­ein ein Neu­bau geplant wird. Hier kom­men dann auch eini­ge wei­te­re Fach­ge­wer­ke hin­zu, die ihre Exper­ti­se in die Bewer­tung ein­brin­gen müs­sen. Natür­lich ist der Archi­tekt gefragt, aber even­tu­ell haben der Sta­ti­ker und der Brand­schutz­sach­ver­stän­di­ge noch einen viel grö­ße­ren Ein­fluss auf die Bewer­tung eines Bestands­be­trie­bes. Ähn­li­ches gilt für die Beur­tei­lung der Infra­struk­tur (z. B. Tech­ni­sche Gebäu­de­aus­rüs­tung) und selbst­ver­ständ­lich auch für die Logis­tik, denn am Ende soll ja ein effi­zi­en­ter Betrieb ste­hen. Somit unter­liegt die Pla­nung im Bestand in der Regel mehr Restrik­tio­nen, aber mit die­ser Her­aus­for­de­rung muss man eben umgehen.

Dabei hat die Opti­mie­rung im Bestand auch kla­re Vor­tei­le gegen­über einem Neu­bau: Häu­fig ist der Pro­zess schnel­ler zum Abschluss zu brin­gen; die Kos­ten lie­gen meis­tens signi­fi­kant unter denen eines Neu­baus; und aus Nach­hal­tig­keits­sicht kann die Nut­zung sog. „grau­er Ener­gie“ sinn­voll sein. Je nach Pro­jekt kann auch die­se Auf­zäh­lung belie­big fort­ge­setzt werden.

Zusam­men­fas­send kann man sagen, dass das Ziel der Fabrik­pla­nung ist, einen Fabrik­be­trieb (wie­der) auf die Höhe der Zeit zu brin­gen. Ob mit einem Neu­bau oder einer Opti­mie­rung im Bestand – bei­des hat sei­ne abso­lu­te Berech­ti­gung. Das Ziel ist das glei­che: (Rück-)Gewinnung vol­ler Effizienz!

Welche Tätigkeiten gehören zum Projektmanagement? 

Der Erfolg von Pro­jek­ten liegt vor allem in einer Umset­zung der gemein­sam erar­bei­te­ten Pla­nungs­er­geb­nis­se in der Rea­li­sie­rungs­pha­se. Hier sind kla­re und umsetz­ba­re Vor­schlä­ge zur Gestal­tung einer Fabrik viel wich­ti­ger als geschlif­fe­ne Power­point-Prä­sen­ta­tio­nen. Schließ­lich ist eine Restruk­tu­rie­rung auch häu­fig wie eine „Ope­ra­ti­on am offe­nen Her­zen“ einer Fabrik.

Eine zen­tra­le Auf­ga­be des Pro­jekt­ma­nage­ments ist dabei die Koor­di­nie­rung aller Auf­ga­ben und Betei­lig­ten. Und von die­sen gibt es in einem Pro­jekt zahl­rei­che. Neben den klas­si­schen Pla­nungs­ge­wer­ken wie Archi­tek­tur oder Haus­tech­nik (auch Tech­ni­sche Gebäu­de­aus­rüs­tung oder kurz TGA genannt), zäh­len zu den Pro­jekt­be­tei­lig­ten auch ver­schie­de­ne Sach­ver­stän­di­ge, bei­spiels­wei­se für Brand­schutz, Schall­schutz, Arbeits­si­cher­heit, Gewäs­ser­schutz etc.

Neben die­sen pro­jekt­be­tei­lig­ten Pla­nern und Gut­ach­tern spie­len aber auch die Geneh­mi­gungs­be­hör­den eine sehr wich­ti­ge Rol­le in einem Pro­jekt. Nicht zuletzt ist auch der Bau­herr oder Auf­trag­ge­ber mit häu­fig meh­re­ren Ansprech­part­nern im Pro­jekt ver­tre­ten. All die­se Pro­jekt­be­tei­lig­ten müs­sen durch ein wir­kungs­vol­les Pro­jekt­ma­nage­ment koor­di­niert wer­den, damit am Ende das Ergeb­nis erreicht wird, das der Auf­trag­ge­ber anstrebt und das der Fabrik­pla­ner, der Archi­tekt und der Haus­tech­ni­ker geplant haben. Eine Kern­auf­ga­be im Pro­jekt­ma­nage­ment ist dabei immer auch die Sicher­stel­lung einer rei­bungs­lo­sen Kom­mu­ni­ka­ti­on aller Beteiligten.

Aber auch die Steue­rung der Ter­mi­ne und Kos­ten ist eine Auf­ga­be für das Projektmanagement.

Dabei geht es nicht um die Ver­wal­tung und Erklä­rung von Abwei­chun­gen, son­dern um ein akti­ves Gegen­steu­ern bei der Gefahr einer Über­schrei­tung von Ter­mi­nen oder Bud­get. All die­se Akti­vi­tä­ten erbringt das Pro­jekt­ma­nage­ment, um sicher zu stel­len, dass die ursprüng­li­chen Pla­nungs­er­geb­nis­se zur Opti­mie­rung einer Fabrik auch erreicht werden.

Aller­dings spielt nicht nur bei Bau­pro­jek­ten das Pro­jekt­ma­nage­ment eine wich­ti­ge Rol­le, son­dern auch bei einem Fabrik­um­zug oder bei einer Restruk­tu­rie­rung im Bestand.

In jedem Fall aber gilt, dass der Erfolg plan­bar ist.

Warum ist Ressourceneffizienz so wichtig und wie steigere ich sie? 

In Fabrik­be­trie­ben wird eine Viel­zahl von Res­sour­cen ein­ge­setzt und genutzt. Das beginnt bereits beim Neu­bau eines Pro­duk­ti­ons­ge­bäu­des, setzt sich selbst­ver­ständ­lich im lau­fen­den Betrieb fort und endet schließ­lich mit der Aus­mus­te­rung ver­al­te­ter Pro­duk­ti­ons­an­la­gen oder dem Abriss nicht mehr zeit­ge­mä­ßer Immobilien.

Nun wird der effi­zi­en­te Ein­satz von Res­sour­cen immer wich­ti­ger. Ganz gleich, ob es sich dabei um natür­li­che, tech­ni­sche oder mensch­li­che Res­sour­cen handelt:

Es gilt der Grund­satz, dass der Ein­satz jeder Res­sour­ce mit wirt­schaft­li­chen Auf­wen­dun­gen ver­bun­den ist und daher opti­mal und ver­schwen­dungs­arm sein soll­te. Inso­fern kann man davon aus­ge­hen, dass die im fol­gen­den genann­ten Ansatz­punk­te sowohl dem Betrieb als auch der Umwelt glei­cher­ma­ßen nutzen.

Wel­ches sind denn Ansatz­punk­te für Res­sour­cen­ef­fi­zi­enz in Fabriken?

  • Mini­mie­rung des Ein­sat­zes sog. „Grau­er Ener­gie“ beim Neu­bau von Fabri­ken. Unter „Grau­er Ener­gie“ ver­steht man in die­sem Zusam­men­hang den Ener­gie­ein­satz, der erfor­der­lich war, um ein Gebäu­de über­haupt erst ein­mal zu bauen
  • Pla­nung und Rea­li­sie­rung öko­lo­gisch-wirt­schaft­li­cher Haus­tech­nik, z. B. bei der Behei­zung und Küh­lung von Hal­len und Büros, der Erzeu­gung von Druck­luft, der Erzeu­gung von Pro­zess­wär­me oder ‑käl­te und dem Ein­satz elek­tri­scher Antriebsenergie
  • Ganz­heit­li­che Betrach­tung der Ener­gie­kreis­läu­fe in Pro­duk­ti­ons­be­trie­ben z. B. durch Nut­zung von Abwär­me an ande­rer Stel­le im Betrieb
  • Ein­satz moder­ner und spar­sa­mer Pro­duk­ti­ons­mit­tel zur Ver­mei­dung hoher Aus­schuss­quo­ten und über­mä­ßi­gen Energieeinsatzes
  • Schaf­fung ergo­no­mi­scher, men­schen­ge­rech­ter Arbeits­plät­ze zur Scho­nung des Mitarbeiters
  • Pla­nung modu­la­rer, fle­xi­bler und damit nach­hal­ti­ger Fabrik­kon­zep­te zur mög­lichst lang­fris­ti­gen Nut­zung eines ein­mal errich­te­ten Produktionsgebäudes

Bei glei­chem Auf­wand den Nut­zen stei­gern – das muss das Bestre­ben sein.

Wann macht es Sinn, eine dynamische Simulation durchzuführen? 

Oft stellt sich im Zusam­men­hang mit der Pro­zess­op­ti­mie­rung in einer Fabrik die Fra­ge nach dem Eng­pass oder gar meh­re­ren Eng­päs­sen in der Pro­duk­ti­on. Aber gera­de dann, wenn mit geplan­ten Opti­mie­run­gen zur Besei­ti­gung eines – ggf. auch nur ver­meint­li­chen – Bot­t­le-necks auch Inves­ti­tio­nen ver­bun­den sind, muss man sich sehr sicher sein, dass der gewünsch­te Effekt auch wirk­lich ein­tritt. Bei vie­len Ent­schei­dun­gen spielt das Bauch­ge­fühl eine gro­ße Rol­le – und das nicht unbe­dingt zu Unrecht!

Aber was ist, wenn einen der Instinkt trügt?

Genau um sol­che Zwei­fel aus­zu­räu­men, füh­ren wir häu­fig dyna­mi­sche Simu­la­tio­nen durch. So kön­nen objek­tiv ver­schie­de­ne Pla­nungs-Sze­na­ri­en mit­ein­an­der ver­gli­chen wer­den, um am Ende das Bes­te aus den Pro­zes­sen her­aus­zu­ho­len. Egal, ob man dar­über nach­denkt, eine oder meh­re­re wei­te­re Maschi­nen zu beschaf­fen, die Bestän­de zu sen­ken, einen zusätz­li­chen Stap­ler zu kau­fen oder erhöh­te Mit­ar­bei­ter­ka­pa­zi­tät ein­zu­set­zen: Eine dyna­mi­sche Simu­la­ti­on unter­stützt den Ent­schei­dungs­pro­zess und unter­mau­ert ihn mit zuver­läs­si­gen Evaluationen.

Das Soft­ware­tool, das wir dazu ein­set­zen, ist der Pro­cess Simu­la­tor Pro­fes­sio­nal®. Hier las­sen sich Zusam­men­hän­ge und Abläu­fe in der Pro­duk­ti­on und Logis­tik unkom­pli­ziert in zwei­di­men­sio­na­ler Dar­stel­lung abbil­den. Von auf­wän­di­gen Ani­ma­tio­nen und zeit­in­ten­si­ver Gra­fik sehen wir dabei ganz bewusst ab. Hier zählt in ers­ter Linie das Ergeb­nis. Trotz­dem sind sowohl die Dar­stel­lung des Simu­la­ti­ons­mo­dells als auch der Ergeb­nis­se (z. B. in Form aus­sa­ge­kräf­ti­ger Gra­fi­ken und Tabel­len) sehr über­sicht­lich und gut interpretierbar.

Ein wich­ti­ger Hin­weis gilt der Qua­li­tät der Ein­gangs­da­ten. Das Ergeb­nis einer Simu­la­ti­on kann nie­mals bes­ser sein, als es die Qua­li­tät der zugrun­de­lie­gen­den Ein­gangs­da­ten zulässt. Aus die­sem Grund muss man beson­de­res Gewicht auf die Erfas­sung die­ser Daten legen. Da das manch­mal ein müh­sa­mer und nicht immer gerad­li­ni­ger Pro­zess ist, kann man alter­na­tiv dazu im Gespräch mit­ein­an­der fun­dier­te Schät­zun­gen und Annah­men tref­fen, wel­che bei der Ergeb­nis­in­ter­pre­ta­ti­on auch als sol­che aus­ge­wie­sen werden.

Wann ziehe ich im Projekt einen Fabrikplaner hinzu? 

Die pau­scha­le Ant­wort auf die­se Fra­ge ist wohl „so bald wie mög­lich“. Egal, ob es sich um eine Restruk­tu­rie­rung im Bestand han­delt, einen Umzug in ein Bestands­ge­bäu­de oder eine kom­plet­te Neubauplanung.

Der ers­te Schritt in jedem die­ser Pro­jekt­vor­ha­ben ist die Auf­nah­me des IST-Zustands und die Defi­ni­ti­on eines Ziel-Zustands. Selbst wenn Pro­jekt­er­geb­nis­se von vorn­her­ein klar erschei­nen (das ist ins­be­son­de­re bei Restruk­tu­rie­run­gen im Bestand sehr häu­fig der Fall), ist es den­noch sinn­voll, sich auch ein­mal Gedan­ken über den Ide­al­zu­stand zu machen. Dadurch ver­mei­det man es, vor­schnell Restrik­tio­nen im Pro­jekt zu akzep­tie­ren und als unab­ding­bar zu betrach­ten. Aller­spä­tes­tens zu die­sem Zeit­punkt ist es sinn­voll, einen exter­nen Part­ner (Fabrik­pla­ner) ins Boot zu holen. So wird die inner­be­trieb­li­che Kom­pe­tenz mit einem fri­schen Blick von außen ergänzt. Das schafft die Grund­la­ge für neue Ideen und Ansätze.

Natür­lich ist es nahe­lie­gend, bei einem Neu­bau­vor­ha­ben als ers­tes einen Archi­tek­ten anzu­spre­chen. Die­ser plant ein Gebäu­de nach den Vor­stel­lun­gen und Wün­schen des Auf­trag­ge­bers. Ein Archi­tekt kennt und plant jedoch weder Pro­duk­ti­ons- noch Logis­ti­k­ab­läu­fe. Damit er ein Gebäu­de nach dem Prin­zip „form fol­lows func­tion“ pla­nen und errich­ten kann, ist die Vor­ar­beit des Fabrik­pla­ners essen­zi­ell. Nicht sel­ten kommt es des­halb auch vor, dass der Archi­tekt sei­ner­seits einen Fabrik­pla­ner ins Spiel bringt, um sei­ne ers­te Leis­tungs­pha­se ord­nungs­ge­mäß bear­bei­ten zu können.

Welche zentralen Themen gilt es bei der Verlagerung einer Fabrik zu beachten? 

Irgend­wann trifft es (fast) jeden: Der Betrieb hat sich über vie­le Jah­re gut ent­wi­ckelt und ist gewach­sen. Nun sind aber die Gren­zen des Wachs­tums am Stand­ort erreicht und es muss eine Grund­satz­ent­schei­dung getrof­fen wer­den. Soll der Stand­ort erhal­ten blei­ben und ein Betriebs­teil aus­ge­glie­dert wer­den, oder soll man den gro­ßen Schritt gehen und kom­plett ver­la­gern? Die­se Ent­schei­dung kann einem nie­mand abneh­men. Aber man kann die rich­ti­ge Ent­schei­dung vorbereiten.

Dazu gehört neben der klas­si­schen Werk­ent­wick­lungs­pla­nung bei­spiels­wei­se auch die struk­tu­rier­te und auf einem kla­ren Anfor­de­rungs­pro­fil basie­ren­de Suche nach einem geeig­ne­ten Grund­stück. Mehr noch als bei jeder ande­ren Pla­nung müs­sen alle denk­ba­ren Sze­na­ri­en durch­ge­spielt wer­den, um eine siche­re Ent­schei­dung tref­fen zu können.

Lei­der ist die Ver­füg­bar­keit von bebau­ba­ren Grund­stü­cken in der letz­ten Zeit nicht bes­ser gewor­den – im Gegen­teil. Des­halb ist es wich­tig, die in Betracht kom­men­den Grund­stü­cke sorg­fäl­tig zu bewer­ten im Hin­blick auf ihre Nutz­bar­keit, mög­li­che Ein­schrän­kun­gen oder aber auch die Optio­nen einer spä­te­ren Erwei­te­rung des geplan­ten Betriebes.

Um eine fun­dier­te Stand­ort­ana­ly­se erstel­len zu kön­nen, müs­sen vie­le Aspek­te berück­sich­tigt wer­den. Neben der logis­ti­schen Anbin­dung des Stand­or­tes – auch zu Zulie­fe­rern und Kun­den – spie­len das Mit­ar­bei­ter­po­ten­ti­al der Regi­on oder gesetz­li­che Rah­men­be­din­gun­gen eine wich­ti­ge Rol­le. Eben­so wie Zuschnitt und Topo­gra­fie in Fra­ge kom­men­der Grund­stü­cke, deren Kos­ten oder auch die Mög­lich­kei­ten zur Nut­zung oder Ver­wer­tung des Immo­bi­li­en­be­stan­des. Bei Ver­la­ge­run­gen ins Aus­land muss eine Viel­zahl wei­te­rer Gesichts­punk­te berück­sich­tigt werden.

Bei einer so weit­rei­chen­den Ent­schei­dung lohnt es sich in jedem Fal­le, sich die not­wen­di­ge Zeit dafür zu neh­men, alle Hand­lungs­op­tio­nen sorg­fäl­tig zu prüfen.